Pig Butchering bezeichnet eine Betrugsmasche, bei der Täter über Dating-Apps, soziale Netzwerke oder Messenger wochenlang eine persönliche Beziehung aufbauen und ihr Opfer anschließend zu Einzahlungen auf eine gefälschte Krypto-Handelsplattform bewegen. Die angezeigten Gewinne sind frei erfunden; Auszahlungen werden blockiert oder von immer neuen „Gebühren“ abhängig gemacht.
Der Begriff stammt aus dem Täterjargon und steht für das „Mästen und Schlachten“ der Opfer: Erst wird das Vertrauen aufgebaut und mit kleinen Scheingewinnen — teils sogar einer ersten echten Auszahlung — gefestigt, dann werden die Einzahlungen systematisch in die Höhe getrieben, bis hin zu Krediten oder beliehenen Immobilien. Hinter der Masche stehen arbeitsteilig organisierte Gruppen, die nach Skript arbeiten und professionelle Plattform-Kulissen mit erfundenen Kursverläufen betreiben. Strafrechtlich handelt es sich um Betrug nach § 263 StGB.
Weil meist in Kryptowährungen gezahlt wird, werden die Gelder schnell über Wallet-Ketten verschoben. Nachverfolgung ist dadurch aufwendig, aber nicht von vornherein aussichtslos — entscheidend sind gesicherte Transaktionsdaten und ein früher Beginn der Ermittlungen.
Bedeutung für Betroffene
Betroffene sollten keine weiteren Zahlungen leisten, Chatverläufe, Wallet-Adressen und Transaktions-IDs sichern und ihre Ansprüche prüfen lassen. Die rechtlichen Schritte bei Krypto-Zahlungen erklärt die Seite Kryptobetrug; den vollständigen Ablauf der Masche beschreibt der Beitrag Pig Butchering: die Betrugsmasche erklärt.
Weitere Begriffe
Kapitalanlagebetrug
Kapitalanlagebetrug (§ 264a StGB): unrichtige vorteilhafte Angaben beim Vertrieb von Kapitalanlagen gegenüber einem größeren Anlegerkreis.
Recovery-Scam
Folgebetrug, bei dem angebliche Rückhol-Dienste Betrugsopfern gegen Vorkasse die Rückholung des Geldes versprechen.
Schneeballsystem
Anlagemodell, das Auszahlungen aus den Einzahlungen neuer Anleger finanziert und zwangsläufig zusammenbricht — Merkmale und Rechtslage.