Anlagebetrug ist die vorsätzliche Täuschung von Anlegern über eine Kapitalanlage mit dem Ziel, sie zu Zahlungen zu bewegen — etwa durch erfundene Renditen, gefälschte Kontostände oder nicht existierende Anlageprodukte. Strafrechtlich handelt es sich regelmäßig um Betrug nach § 263 StGB; daneben können Geschädigten zivilrechtliche Schadensersatzansprüche gegen Täter und Beteiligte zustehen.
In der Praxis reicht das Spektrum von erfundenen Unternehmensbeteiligungen über Schneeballsysteme bis zu gefälschten Online-Trading-Plattformen für Aktien, CFDs oder Kryptowährungen. Typische Merkmale sind unrealistische Renditeversprechen, Zeitdruck, Anbieter ohne ladungsfähige Anschrift und Auszahlungen, die von immer neuen Zahlungen — angeblichen „Steuern“ oder „Gebühren“ — abhängig gemacht werden. Die Täter agieren häufig aus dem Ausland und verschieben eingezahlte Gelder schnell über Konten- und Wallet-Ketten.
Neben der Strafverfolgung steht für Geschädigte die zivilrechtliche Seite im Vordergrund: In Betracht kommen insbesondere Ansprüche aus § 823 Abs. 2 BGB in Verbindung mit Schutzgesetzen sowie aus § 826 BGB wegen vorsätzlicher sittenwidriger Schädigung. Welche Wege tragen, hängt davon ab, wer identifizierbar ist und wohin das Geld geflossen ist.
Bedeutung für Betroffene
Wer betroffen ist, sollte keine weiteren Zahlungen leisten, Beweise sichern und rechtliche Schritte prüfen lassen — je früher, desto besser lassen sich Zahlungsströme nachverfolgen. Einen Überblick über das Vorgehen gibt die Seite Anlagebetrug; die konkreten ersten Schritte erklärt der Leitfaden Anlagebetrug: Geld zurückholen.
Weitere Begriffe
Akteneinsicht
Akteneinsicht nach § 406e StPO: Wie Geschädigte über einen Rechtsanwalt Einblick in die Ermittlungsakte erhalten — oft entscheidend für Ansprüche.
BaFin-Warnliste
Öffentliche Warnungen der Finanzaufsicht vor Anbietern ohne Erlaubnis nach § 32 KWG — und was ein Eintrag für Anleger bedeutet.
Chargeback
Rückbuchung einer Kartenzahlung über die kartenausgebende Bank — wann sie bei Betrug in Betracht kommt und welche Fristen gelten.